Welche Möglichkeiten ergeben sich für uns? Baugebiete
 
10. Energieversorgung
Mit kommunalen Energie- u. Klimakonzepten kann ein weiterer wichtiger Beitrag für eine zukunftsfähige Entwicklung geleistet werden. Deshalb sollte ein besonderes Augenmerk den künftigen Baugebieten der Gemeinde gelten. Nach der derzeitigen Planungsabsicht liegen diese nördlich der Stattmannstraße und im "Tal" (Klosteräcker).
Beide Gebiete eignen sich für erneuerbare Energiekonzepte mit einer effizienten Nahwärmeversorgung. Ein Nahwärmenetz kann mit verschiedenen Energieträgern betrieben werden und ist daher wesentlich flexibler und zukunftsoffener als eine Wärmeversorgung mit vielen Einzelheizungen.
Es gibt bereits viele Beispiele wie solche Siedlungen mit Energie versorgt werden könnten.
a) Sonnenenergie
Um die Sonnenenergie optimal nutzen zu können ist es notwendig, die Dächer möglichst nach Süden auszurichten. Die Firstrichtung müsste im Bebauungsplan für das jeweilige Gebiet entsprechend festgelegt werden. Zur Speicherung der Sommerwärme für den Winter müssen Langzeitwärmespeicher (z.B. Erdsonden, isolierte Speicherbecken) in der Erde eingeplant werden. Die solar erzeugte Wärme wird somit über Monate hinweg konserviert (Beispiel: Baugebiet "Amorbach", Neckarsulm).
b) Holzhackschnitzelanlagen
Voraussetzung wäre wiederum ein Nahwärmenetz mit Anschluss- und Benutzungszwang wie bei 2. (Beispiele: Baugebiete in Güglingen und Hüfingen)
Fenster in Kippstellung
Baugebiet "Klosteräcker"
c) Blockheizkraftwerk
Damit sich der Einsatz eines Blockheizkraftwerks auch in kleineren Gemeinden wie Oberboihingen mit nur wenigen großen Verbrauchern rechnet, sollten neue und bestehende Wohngebiete an die Nahwärmeversorgung angeschlossen werden. So kann einerseits die wärmeseitige Auslastung für Blockheizkraftwerke sichergestellt werden, andererseits erhalten die Bauherren ein zukunftssicheres und umweltschonendes Wärmeversorgungssystem.
Mit Unterzeichnung des Grundstückskaufvertrags verpflichten sich die Bauherren zum Anschluss an die Nahwärmeversorgung. Außerdem muss eine Satzung über Anschluss- und Benutzungszwang erlassen werden.
d) Niedrigenergiebauweise
Die Gemeinde könnte künftig vor einer Baulandumlegung sämtliche Grundstücke aufkaufen, die Erschließung durchführen und später die fertigen Bauplätze verkaufen. Die Erwerber könnten dann in den Kaufverträgen verpflichtet werden einen besseren Wärmeschutzstandard, bis hin zum Passivhaus, einzuhalten als gesetzlich gefordert.
Was können wir tun?
  Interesse zeigen gegenüber der Gemeinde, um die Ausweisung solcher nachhaltig ausgerichteter Baugebiete zu unterstützen.
 

Vorbildfunktion der Gemeinde
  Das Aufkaufen der Grundstücke vor einer Baulandumlegung wurde bereits vom Gemeinderat beschlossen (Baugebiet Stattmanstrasse).
 

Fragestellung:
  Soll die Gemeinde die Erwerber von Bauplätzen verpflichten, einen höheren Wärmeschutz einzuhalten als gesetzlich vorgeschrieben ist?
Soll eine südliche Dachausrichtung ausgewiesen werden?
Soll eine Nahwärmeversorgung mit Anschlusszwang eingeplant werden?
 
Baugebiet Stattmannstrasse
Baugebiet "Stattmannstraße"