Welche Möglichkeiten ergeben sich für uns? Modernisierung
 
9.1 Gebäudemodernisierung
Die Raumheizung ist in Deutschland mit ca. 30% Anteil am Endenergieverbrauch der größte Energienutzungsbereich, und macht ca. 70% der Gesamtenergiekosten eines Hauses aus. Rund dreiviertel aller Gebäude in Baden-Württemberg weisen gegenüber heute üblichen Niedrigenergiehäusern einen bis zu fünffach höheren Heizenergieverbrauch auf. Viele Häuser verfügen über keinerlei Wärmedämmung. Heutzutage ist es möglich, nicht nur bei Neubauten, sondern bei allen Häusern durch gezielte Wärmedämm-Maßnahmen bis zu 60% Heizkosten und Schadstoff-Emissionen einzusparen.
Allein in Baden-Württemberg lassen sich durch Wärmedämmung und Heizungsmodernisierung bei älteren Gebäuden jährlich rund 55 Milliarden Kilowattstunden Heizenergie einsparen. Dies entspricht etwa 5,5 Milliarden Liter Heizöl oder einer jährlichen Heizkostenersparnis von rund 1,5 Milliarden Euro.
Es macht daher wenig Sinn, im Neubaubereich mit großem Aufwand jede nur erdenkliche Einsparmöglichkeit zu nutzen, während Altbauten auf ihrem schlechten energetischen Stand verbleiben. Vor allem in Verbindung mit ohnehin anstehenden Reparaturen am Gebäude können mit vergleichsweise einfachen Zusatzmaßnahmen enorme Energieeinsparungen erreicht werden. Gleichzeitig werden Wohnkomfort und Behaglichkeit gesteigert sowie die Vermietbarkeit verbessert. Deshalb liegen die wirklich großen Energieeinsparpotentiale im Altbau, also im Gebäudebestand.
Das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung, den CO2-Ausstoß um 25 bis 30% bis 2005 zu reduzieren, ist zu schaffen, wenn 2% des Altbaubestandes (ca. 500.000 Wohnungen) jährlich energetisch modernisiert, d.h. durch Wärmeschutz und Heizungsanlagenerneuerung energetisch verbessert werden.
Renovierung eines Hauses
Auch im Neubau müssen weitere, bereits vorhandene Potentiale erschlossen werden. Die von Bundesrat und Bundesregierung beschlossene weitere Fortentwicklung der Wärmeschutzverordnung und der Heizungsanlagenverordnung zu einer Energieeinsparverordnung ist ein wesentliches Instrument zur Energieeinsparung und zur Weiterentwicklung der Niedrigenergiebauweise. Das Ziel der Energieeinsparverordnung ist die Verschärfung des Anforderungsniveaus um 25 bis 35% gegenüber der Wärmeschutzverordnung von 1995.
 
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Was können wir tun?
  Es ist ratsam, einen Energie-Spar-Check (förderfähig) durch einen Energieberater (z.B. örtliche Handwerker) durchführen zu lassen. Die Kosten übernehmen zum überwiegenden Teil das Ministerium für Umwelt und Verkehr und das Handwerk. Der Eigenanteil beträgt z. B bei einem Einfamilienhaus lediglich 75 Euro. Er ist Voraussetzung für viele Förderprogramme (z.B. "Energieeinsparungsprogramm Altbau" des Landes).
 

Vorbildfunktion der Gemeinde
  Die Gemeinde hat Ende 2002 eine Bestandsaufnahme (Energie-Spar-Check) ihrer Gebäude veranlasst (siehe IV.).